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Freitag, 16. September 2005

Wie Bücher verändern

Von papillon, 00:56

Ich weiß, der Titel lässt euch, meine wenigen Leser, vielleicht darauf hoffen, dass ich einen Essay zur geschichtlichen Bedeutung der Bücher in diesem unserem Universum geschrieben habe und ihn hier veröffentliche, aber dem ist nicht so.
Ich meine eher kleine Bücher von unbekannten Autoren, die man sich eher aus leichtem Interesse bei amazon bestellt oder im Buchladen spontan kauft.
Mir ist dies wieder vor Wochen das erste Mal seit langem mit einem lustigen, aber auf eine eigentümliche und sehr intensiv wirkende ernstem Buch passiert.
Ich kaufte mir Mark Lindquist "Never Mind Nirvana" und erwartete das übliche Trauern eines mittlerweile 30 oder 40 Jahre alten Autors über die ach so tolle Zeit in Seattle der frühen Neunziger.
Weit gefehlt! Das Buch beschreibt einen Protagonisten, der natürlich Cobain persönlich gekannt hat, aber mittlerweile Staatsanwalt geworden ist. Nicht einer von den schleimigen, aber Anwalt. Er wird durch einen Fall mit seiner Vergangenheit konfrontiert und muss damit klarkommen. Eigentlich endgültig erwachsen werden.
Das klingt alles nicht sehr spannend, aber die Gedanken über das Leben in diesem Buch sind von so einer intensiven Ehrlichkeit, dass ich zugegebenermaßen fast weinen musste vor Zustimmung.
Natürlich habe ich nach weiteren Büchern dieses Autors gesucht und mir "Sad Movies" bestellt, welches eine andere Thematik, aber die gleiche Intensität aufweist.

Was also will ich mit diesem Eintrag hier sagen?
Ich kann es nur schwer in Worte fassen, aber "Zeke", der Protagonist, durchlebt haargenau und erschrecken genau, eine Situation, wie ich sie im Moment durchlebe.
Dieses Buch zuzuklappen war hart, aber zum ersten Mal seit Wochen, nein Monaten, fühlte ich mich wieder wie ich selbst. Nach langer Zeit des Nachdenkens ist mir endlich aufgefallen, was ich verloren habe und wiederfinden muss und das ist das Beste, was ein Buch bewirken kann.


Ich danke für eure Geduld


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